Die Sprache der Liebe: Warum verstehen sich Paare ohne die selbe Sprache zu sprechen?

Körpersprache und Gestik – die geheimen Signale bei Paaren

Man spricht ja gerne von der Liebe auf den ersten Blick und nicht von der Liebe auf den ersten Hauptsatz, den jemand äußert. Die Sprache scheint also beim sich Verlieben eine eher untergeordnete Rolle zu spielen. Fakt ist, dass es beim „falling in love“ um ganz Anderes geht als um verbale Botschaften in wohl gesetzten Worten. Es geht hier um das, was man schwer beschreiben kann, was aber sehr wirksam zu sein scheint, die erotische und sonstige Ausstrahlung, die jemand mit ins Boot holt. Die Sprache der Liebe ist wohl das, was der Empfänger auf der anderen Seite versteht- einfach aufgrund der Optik einer Person, nicht aufgrund der Akustik.

Du riechst gut, gehst elegant, strahlst etwas aus – das mag ich!

Wenn man sich manche Paare ansieht, die deutlich erkennbar aus einem jeweils unterschiedlichen Kulturkreis stammen, kann man nicht umhin, sie zu beneiden. Dass nach einer Weile auch die verbalen Feinheiten eine Rolle spielen, ist nun einmal Fakt, aber daneben hat solch in Paar schon einiges aufgebaut, das vielleicht auch über Krisen und Unterschiede hinweg helfen kann. Da außerdem mit Worten manches zerstört werden kann, ist hier das Nonverbale wohl besonders effizient, um als Kitt zu wirken. Dazu gehört auch der Sex, denn der hat als Akt oft eine immens wichtige Bedeutung.

Auch auf Singlebörsen werden angeblich viele internationale Kontakte geknüpft, so schreibt Dating Advisor AT. Kein Wunder, hier spielen Entfernungen oft keine Rolle. Friendscout, Tinder, Zoosk und Co. eröffnen die Möglichkeit weltweit Flirtpartner zu finden. Als gemeinsame Sprache gelten dann Smileys und Daumenhoch-Icons.

Sex als gemeinsame Sprache

So, wie man manchen Paaren ansieht, ob es „im Bett“ gut läuft, kann bei Paaren der Sex eine große Gemeinsamkeit ohne formelle Grammatik darstellen. Es geht darum, wie sich der Andere anfühlt, sich bewegt, sich verhält und entspannt, wenn es zur Sache geht. Verstehen, kann man eben auch einen Menschen durch seine emotionalen Reaktionen, und die kommen ganz gut ohne eine formelle Grammatik aus. Paare haben, wenn man so will, ihre eigene Sprache, poetisch ausgedrückt: die Sprache der Liebe.

Kann das alles gut gehen?

Es soll nicht verschwiegen werden, dass gerade das, was am Anfang so toll war, die Prise Exotik und, klar, auch Erotik, nach einer Weile ins Gegenteil umschlagen kann. Plötzlich ist der Partner „primitiv“, weil er sich bei einem Streit nur im Präsenz ausdrücken kann und der Wortschatz eher minimal ist. Dann reicht es oft auch nicht mehr, sich erotisch anziehend zu finden, denn die Ebene ist eine andere. Aber es kann durchaus eine Grundlage gelegt worden sein, die fern von Grammatik und Co. ein Paar lange Zeit ein solches bleiben lässt.

Dass es neben der normalen Sprache mit klaren Regeln noch eine Sprache gibt, die auf Berührungen, Blicken, Duft und anderen Elementen fußt, ist nicht von der Hand zu weisen. Manchen Paaren gelingt es, trotz fehlender gemeinsamer Sprache sehr viel Gemeinsames aufzubauen.

Wenn Liebe keine Grenzen kennt…

Das Bildungssystem deutscher Universitäten ist international ausgelegt, englische Begriffe sind in der deutschen Sprachen nicht mehr wegzudenken und kulturell sind die meisten von uns inzwischen sehr offen. Nur drei von vielen Gründen, die eine Liebe über Sprachgrenzen hinweg möglich machen, sodass das Liebesleben um ungeahnte neue Erfahrungen bereichert werden kann.

Die Grundeinstellungen müssen passen

Selbst wenn unsere Welt so offen ist wie nie und Landesgrenzen nur auf dem Papier zu existieren scheinen, müssen für eine funktionierende Beziehung der Partner übereinstimmen. Eine deutsche Frau, die frei und unabhängig aufgewachsen ist, wird zum Beispiel kaum glücklich mit einem Mann aus Saudi-Arabien glücklich werden, der es gewohnt ist, dass eine Frau weniger wert ist, als er selbst. Diese übereinstimmenden Lebensansichten sind nicht nur für den alltäglichen Umgang miteinander notwendig, auch im Liebesleben spielen sie eine große Rolle. In einigen Golfländern ist es zum Beispiel normal, dass der Mann die Regeln in Sachen Sexualität macht, denen die Frau ohne Widerrede zu folgen hat. In den meisten Ländern ist allerdings die europäische Auffassung von Liebe vertreten.

Sprachgrenzen überwinden und Horizont erweitern

War Englisch früher noch wenigen Leuten vorenthalten, so steht es heute bereits in der Grundschule im Stundenplan. Kinder werden frühzeitig an andere Sprachen gewohnt und können bis zu ihrem Schulabschluss mindestens eine Fremdsprache – in der Regel Englisch – fließend sprechen. An Realschulen oder Gymnasien ist es zudem nicht unüblich weitere Sprachen wie Französisch, Italienisch, Spanisch oder Russisch zu lernen. Damit wird es möglich, dass man im Erwachsenenalter Menschen ohne Sprachbarrieren gegenüber treten kann und sich unproblematisch austauschen kann. Je besser man dabei die Sprache beherrscht, auf der man sich unterhält, desto einfacher ist es, miteinander zu lachen, sodass Sympathie entstehen kann. Wer sich in jemanden verliebt, der eine andere Sprache als man selbst spricht, wird schnell dessen Muttersprache lernen wollen und ihm im Gegenzug seine eigene Sprache beibringen wollen. Auf diese Weise bestehen vielleicht zu Anfang kleine Sprachgrenzen, mit der Zeit werden diese aber immer geringer. Die Horizonterweiterung in Sachen Sprache ist außerdem ein erotisches Extra. Was gibt es verführerisches, als ein „je t’aime“ ins Ohr gehaucht zu bekommen, während man intime Zärtlichkeiten miteinander austauscht?

Liebe international

Unser Leben gestaltet sich in vielen Bereichen sehr international. Mittels des Internets und den Apps lernt man schnell Singles weltweit kennen. und dementsprechend hat sich unsere Bildung und Erziehung entwickelt. Ländergrenzen sind uns nur noch selten wirklich bewusst. Gerade wenn man von anderen Ländern, Ideen und Kulturen inspiriert ist, kann eine internationale Liebe das Leben enorm bereichern und zum eigenen Glück beitragen.